Zwischen Empanzipation, Widersprüchen, Pseudoskandalen und fallenden Medienfiguren

Der Hype “Lady Bitch Ray” bringt niemanden mehr zum Wundern. Nachdem die junge Frau bei Schmidt und Pocher mit Flüssigkeit aus ihrem Genitalbereich einen kleinen Skandal in Deutschland einleitete, war das Medienecho groß. Daran ergötzt haben sich unter anderem der Stern, der mit einem Interview aufkam und gleichzeitig Charlotte Roches Roman “Feuchtgebiete” rezensierte. Beide Gestalten, die derzeit als feministische Sprecher geehrt werden, haben im Grunde nicht viel. Der Unterschied zwischen den beiden ist: “Lady Bitch Ray” versucht klagweise skandalös und unberechenbar zu wirken, Charlotte Roche war immer eine intelligente Person im TV.

Nachdem die umstrittene Bitch Ray oft versucht ein zweideutiges Bild von sich zu geben, scheitert sie leider immer bei der Glaubwürdigkeit. Sie propagiert auf der einen Seite mit “Hochintelligenz” und auf der anderen Seite mit “Fotzen-Style”. Ich weiß nicht was so toll daran ist Wörter wie “Fotze” zu benutzen. Ich benutze sie nicht gerne und das heißt nicht, dass ich ein konservativ verschachtelter Mensch bin, nein es heißt viel mehr, dass ich um etwas auszusagen keine extra Begriffe brauche, damit mich ein paar Leute ansehen. Lady Bitch Ray sagt “man sollte stolz darauf sein eine ‘Fotze’ zu sein”, dann sagt sie, dass man sich den Titel der genannten Umschreibung für Vagina erarbeiten müsse. Das ich beides völlig absurd finde, in der Emanzipationsvorstellung gewisser Menschen - das muss ich im Grunde nicht erklären, aber ich tue es trotzdem. Ich bin nicht frauenfeindlich, finde aber, dass die Art und Weise, wie Emanzipation manchmal ausgedrückt wird, Frau und Mann - die beide gleichberechtigt sein sollten - weiter voneinander entfernt.

Wer oder was ist Lady Bitch Ray also? Ein Mädchen, dass ins Fernsehen kommt, weil es “Fotze” sagt. Und das wars im Grunde auch, denn bis auf das Wort habe ich bisher nichts von ihr gehört/gesehen, dass in irgendeiner Weise zeigen würde, dass es sich lohnt über sie zu schreiben. Wieso schreibe ich dennoch über sie? Um mal meine dezente Meinung zu sagen.

Übrigens hat Bitch Ray in der absolut überbewerteten “MySpace”-Soap “Candy Girls” einen Gastauftritt gehabt. Dort versuchte sie skandalös zu wirken, in dem sie desöfteren Schimpfworte sagte. Schade, dass es nicht gewirkt hat, obwohl das Video jetzt verschwunden ist, wohlmöglich hat keiner darauf plädiert, viel mehr sollte das eine Reaktion des Portals vortäuschen. Viel mehr ist der Hype um Bitch Ray und “Candy Girls” ein schönes Abbild der Gesellschaft, die sich nicht zu orientieren weiß, zwischen Bürokratie, Job, Arbeit, Emanzipation und vorallem einen Haufen Widersprüchlichkeiten. Da hilft es schon, wenn eine Person kommt, die sich genauso dumm anstellt und dadurch Aufmerksamkeit bekommt. Um dennoch nochmal zu Charlotte Roche und den Sternartikel zurückzukommen: Charlotte Roche war nie die Frau, die alle sein wollten, sie ist es auch nicht. Die paar Studentinnen, die dem Roman und der Figur nachrennen, gleichen eher den Kids, die Forrest Gump nachgelaufen sind. Und die hatten es einfach nicht begriffen.

One Response to “Zwischen Empanzipation, Widersprüchen, Pseudoskandalen und fallenden Medienfiguren”

  1. Ich mag sie und finde, daß grossefischekleinefische sogar Kunst war.

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